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Der damalige Oberbürgermeister Dr. Werner Ludwig holte Gaißmayer nach Ludwigshafen, wo er am 1. Februar 1990 die Leitung des Amtes für Öffentlichkeitsarbeit übernahm. Durch eine offensive Informationspolitik gelang es ihm, die Stadt positiver darzustellen. Große Aufmerksamkeit erregte unter anderem die Imagekampagne mit dem Slogan "Ludwigshafen überraschend anders". Im Herbst 1993 bestimmte der Aufsichtsrat Ulrich Gaißmayer einstimmig zum Nachfolger von Ulrich Dickbertel als Geschäftsführer der LUBEGE Ludwigshafener Betriebs-Gesellschaft mbH. Diese Aufgabe übernahm er am 1. Januar 1994, leitete das Presseamt aber auch noch bis zum 30. Juni 1994.
Von LUBEGE zur LUKOM
Zu Beginn seiner Tätigkeit bei der LUBEGE musste der neue Geschäftsführer mit den Folgen des Verkaufs des ertragreichen Betriebszweigs Stadtreklame an die Firma Decaux kämpfen. Die zurückgehenden Zahlen bei den Asylbewerbern, für die die LUBEGE Container und Schiffe zur Verfügung stellen musste, sorgten für ein hohes Defizit. 1995 übertrug die Stadt der LUBEGE den Weihnachtsmarkt und 1997 das Kinderparadies. In beiden Fällen gelang es, die hohen Verluste erheblich zu reduzieren. Der gewinnbringende Betriebszweig Parkhäuser und Parkplätze wurde durch die von der Stadt verfügte Übernahme des Parkhauses Walzmühle zu einem enormen Verlustbringer. Nach über zehn Jahren haben sich die Zahlen beim Parkhaus Walzmühle erheblich verbessert. Einen wesentlichen Anteil daran hat die Belebung des Berliner Platzes durch Veranstaltungen der LUKOM. Die 2000 erfolgte Rückführung der Asylbewerber-Unterkünfte zur Stadt führte zu einer spürbaren finanziellen Entlastung der LUBEGE, die nach der Auflösung des Verkehrsvereins 1994 die Aufgaben der Tourist-Information mit der Organisation des Parkfestes und des Fasnachtszugs übernommen hatte. Aufgaben zu übertragen. Dazu zählen die Gemeinschaftshäuser Ruchheim, Pfingstweide und Maudach. Auch die Organisation der Wochenmärkte liegt seitdem in ihrer Verantwortung. Kernstück der Unternehmensreform war jedoch die Bildung der Abteilung Stadtmarketing, die auch Anlass für die Umbenennung der Gesellschaft bot: aus der LUBEGE wurde die LUKOM.
Wiederholt hat Bürgermeister Wilhelm Zeiser als Aufsichtsratsvorsitzender und Stadtkämmerer darauf hingewiesen, dass die Stadt durch die Übertragung zahlreicher Aufgaben auf die Tochter LUKOM jährlich rund eine Million eingespart wird.
Aus den Veränderungen des Veranstaltungsmarktes und der regionalen Konkurrenzsituation während der 90er Jahre zog Ulrich Gaißmayer Konsequenzen für die Vermarktung von Friedrich-Ebert-Halle und Pfalzbau. Er setzte dabei vor allem auf die Durchführung von Eigenveranstaltungen sowie auf die Stärkung der Häuser in den Bereichen Sport und Messewesen.
Durch die Anschaffung eines flächenelastischen Sportbodens und komfortabler Seitentribünen schuf er in der Friedrich-Ebert-Halle die Voraussetzungen für die Durchführung attraktiver Sportevents. Er kreierte den Internationalen Pfalz-Cup im Hallenhandball, der sich mittlerweile zu einem der meistbeachteten Turniere im südwestdeutschen Raum entwickelt hat. Darüber hinaus eröffnete er dem Handball-Zweitligisten TSG Friesenheim die Möglichkeit, seine Spiele im professionellen Umfeld der Friedrich-Ebert-Halle durchzuführen. Er holte internationale Sportveranstaltungen nach Ludwigshafen und übernahm in vielen Fällen selbst die örtliche Organisation. Höhepunkte waren die Weltmeisterschaft im Asphaltkegeln, mehrere Europaligaspiele im Tischtennis und Handball sowie die Deutsche Meisterschaft im Hallen-Radsport.
Zahlreiche neue Messen und Ausstellungen tragen Ulrich Gaißmayers Handschrift. Während er zunächst das Vermietungsgeschäft forcierte und Messen wie "Ludwigshafener Frühling" und "Senior aktiv" ins Leben rief, verlegte er in den letzten Jahren das Schwergewicht auf die Durchführung von Eigenveranstaltungen. Mit der Ausbildungs- und Studienmesse "Sprungbrett" und den Verbraucher-Fachmessen "Baby + Kind" und "Gartenfreuden" konnte die Angebotsstruktur der Ludwigshafener Veranstaltungshäuser nachhaltig verbessert werden.
Unter dem Gesichtspunkt der Stadtimagepflege legte Ulrich Gaißmayer großen Wert auf die regelmäßige Durchführung von Fernsehveranstaltungen in Ludwigshafen. Dass die beliebte Fernsehshow "Die Goldene Stimmgabel" 26 Mal aus der Friedrich-Ebert-Halle ausgestrahlt wurde, ist vor allem seinen guten persönlichen Kontakten zu Showmaster Dieter Thomas Heck zu verdanken.
Im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der LUBEGE / LUKOM kümmerte sich Ulrich Gaißmayer intensiv um den Erhalt der Attraktivität der in die Jahre gekommenen Friedrich-Ebert-Halle. Neben der optischen Aufwertung von Saal und Foyers wurde in die Erneuerung der Bestuhlung und die Anschaffung einer neuen Teleskoptribüne, den Ausbau der Konferenzräume und zahlreiche technische Verbesserungen investiert.
Schon in den 90er-Jahren setzte er auf die Stärkung des Pfalzbaus im Tagungsgeschäft. Er initiierte die Umnutzung zweier Nebenräume des Gastronomiebetriebes "Kleines Haus" in Tagungsräume und schuf damit die Voraussetzung für zahlreiche größere Tagungen, deren Krönung der "Deutsche Ärztetag 2001 " war.
Die Herausforderung der Pfalzbau-Sanierung nahm Ulrich Gaißmayer gerne an und machte sich für die Stärkung des Hauses im Tagungs- und Kongresswesen stark. Er setzte dabei auf den "Dreiklang" aus Theater, Kultur und Tagung, der den Pfalzbau von den meisten konkurrierenden Häusern der Region abhebt und ganz neue Veranstaltungsmöglichkeiten eröffnet. Wohl einmalig im deutschen Veranstaltungswesen ist die Zusammenarbeit mit der Betreibergesellschaft des Mannheimer Rosengartens m:con bei der Vermarktung des Hauses im Tagungs- und Kongressbereich. Auch diese außergewöhnliche Kooperation trägt Ulrich Gaißmayers Handschrift.
Während Ulrich Gaißmayers Amtszeit gingen im Pfalzbau 2.750 Veranstaltungen mit 850.000 Besuchern über die Bühne, in der Eberthalle waren es 1.743 Veranstaltungen mit 4,35 Millionen Besuchern.
Neue Akzente setzte Ulrich Gaißmayer auch bei den Ludwigshafener Volksfesten. Aus Frühjahrs- und Herbstmess machte er den Frühlings- und Herbstzauber und verlegte beide Veranstaltungen aus dem Abseits des Messplatzes auf den Berliner Platz. Neue Konzepte entwickelte er auch für das Parkfest, auf dem er 1995 zum ersten Mal die Miss Ludwigshafen wählen ließ. Gleich nach Fertigstellung des Berliner Platzes machte sich Gaißmayer für eine Verlegung des Weihnachtsmarktes auf diese zentral gelegene Fläche stark. Dieses Konzept hat sich sehr gut bewährt - seit 1999 findet der traditionelle Markt mit einer Unterbrechung wegen des Faktorhaus-Baus mit gutem Erfolg auf dem Berliner Platz statt.
Marketing-Verein
Ulrich Gaißmayer war 1998 Gründungsmitglied des Marketing-Verein Ludwigshafen e.V. Von Beginn an war er dessen ehrenamtlicher Geschäftsführer. Seit 2002 besteht ein Kooperationsvertrag mit der LUKOM, deren Personal die Geschäfte für den Verein erledigt. Über diesen Zusammenschluss von Bürgern und Unternehmern rief er zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen ins Leben. Hier seien nur die Aktion "Saubere Stadt", das Kinderfest "Ludwigshafen spielt" und der Ludwigshafener Lichterzauber genannt.
Einsatz für Vereine
1991 übernahm Gaißmayer als Geschäftsführer im Nebenamt den Verkehrsverein, der unter anderem für die Durchführung des Fasnachtszuges in Ludwigshafen verantwortlich war. Außerdem lag die Organisation des Parkfests in seiner Verantwortung. Im Wechsel findet der Zug jeweils in Mannheim und Ludwigshafen satt. Diese Tätigkeit brachte Gaißmayer in engen Kontakt mit den Karnevalvereinen. Nach der Auflösung des Verkehrsvereins 1994 wurden Teile in die LUBEGE integriert, so entstand die Tourist-Information. Im gleichen Jahr wurde der Förderverein Ludwigshafen gegründet, dessen Vorsitzender er bis zur Auflösung Ende 2008 war. Um die Kräfte im Stadtmarketing zu bündeln, wurden die Aufgaben in den Marketing-Verein integriert, für den die Gemeinnützigkeit nach Satzungsänderung erreicht wurde. Gaißmayer ist Senator und Ehrensenator in mehreren Karnevalvereinen sowie Ehrenmitglied im Großen Rat, der ihm als Ersten seinen "Goldenen Vereinsmeier" verlieh. Seit 1997 ist er Gesellschafter der TSG Ludwigshafen-Friesenheim Handball Bundesliga GmbH. Die Arbeitsgemeinschaften der Vereine und die Gewerbevereine fanden in ihm jederzeit einen gewogenen Ansprechpartner.
Persönlicher Werdegang
Ulrich Gaißmayer wurde am 21. März 1945 in Lippstadt (Kreis Soest) geboren. Nach dem Abitur in Essen begann er 1964 ein Volontariat bei der Westfälischen Rundschau in Hagen, anschließend wurde er als Redakteur angestellt. Zwischen 1967 und 1985 war er Redakteur und Referent im Presse- und Informationsamt der Landesregierung NRW unter den Ministerpräsidenten Heinz Kühn und Johannes Rau. Von 1986 bis 1990 leitete Gaißmayer die Pressestelle der Landesanstalt für Ökologie und des neu gegründeten Naturschutzzentrum NRW. Chef des Amtes für Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Ludwigshafen war er von 1990 bis 1994. Seit 1994 ist er Geschäftsführer der LUBEGE/LUKOM. Mitglied der SPD ist Ulrich Gaißmayer seit 43 Jahren.