Gefahr am Postwiesenpfad in Oggersheim ist gebannt. Am 7. August 2002 wurden während eines besonders starken Regens zahlreiche Häuser entlang des Postwiesenpfades überschwemmt.
Dieses Hochwasserereignis machte auf schmerzliche Art deutlich, wie wichtig es ist, Gewässer nachhaltig zu entwickeln. Nur so können wir künftig solche Schäden vermeiden. Nachdem bereits im Jahr 2004 eine Stahlspundwand als direkter Objektschutz und von 2005 bis 2009 eine hochmoderne Mischwasserbehandlungsanlage an der Froschlache errichtet wurden, schützen jetzt insgesamt drei Maßnahmen das Gebiet am Postwiesenpfad vor Hochwasser
erläuterte Bau- und Umweltdezernent Klaus Dillinger bei der Präsentation des Projektes am Freitag, 9. September 2011. Mit dem Ausbau des Mittelgrabens wurde ein zusätzliches Fassungsvermögen von circa 6 000 Kubikmetern geschaffen. Im Hochwasserfall trägt es zu einem niedrigeren Wasserstand im Mittelgraben und Altrheingraben bei. Mit der Maßnahme wurde brachliegendes Bahngelände in einen naturnahen Lebensraum umgewandelt. Von den Baukosten in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro hat das Land Rheinland-Pfalz 160.000 Euro aus Mitteln der Aktion Blau übernommen.
Das naturnahe Rückhaltebecken Mittelgraben am Bahnhof Oggersheim ist die erste Gewässerausbaumaßnahme, die im Rahmen des Gewässerkonzeptes 2020 zum Schutz vor Hochwasser im Bereich des Altrheingrabens umgesetzt wurde. Die im Gewässerkonzept 2020 aufgeführten Maßnahmen dienen dem Schutz vor Hochwasser und hohen Grundwasserständen. Ein erhöhtes Wasseraufnahme- und speichervermögen der Gräben vermeidet, dass diese bei starken Regenereignissen überlaufen. Gleichzeitig ist es bei Rheinhochwasser von Vorteil, wenn das Wasser aus dem Grabensystem zeitlich verzögert in den Rhein geleitet werden kann.