Was war geschehen: Ein(e) unbekannte(r) Anrufer(in) sorgte für die Bedrohungslage durch mehrere Anrufe im Sekretariat der Realschule. (Wir berichteten). Was dann passierte bezeichnen Psychologen als Eskalation. Das bedeutet, dass die an sich nicht lebensbedrohliche Situation durch sich hochschaukelnde und unbewiesene Behauptungen auf die Spitze getrieben wurde.
Da redeten gestern Schüler plötzlich von Schüssen die sie gehört haben wollen. Dann lag der erste Tote im Schulhof und das alles weil die Polizei mit massivem Aufgebot den gesamten Komplex durchsuchte und versiegelte. Ein normaler Vorgang bei einer derartigen Bedrohungslage.
Manche Eltern liessen sich anstecken und heizten die Lage durch hektische Telefonate und unüberlegte Äusserungen in einschlägigen Internet-Communities mit an.
In den Medien soll es um Bomben und Terror gegangen sein. Auch hier ist für die Psychologen klar, dass viel aus den Gedanken, Sorgen, Ängsten und Medienberichten zusammenspielt hat. Schüler hatten sich nachmittags gezielt per Handy abgesprochen, dass sie nicht in die Schule gehen werden. Hier waren wohl eher andere Gründe im Spiel.
Wie explosiv die Gefühlslage war, konnten wir in Gesprächen mit Eltern erfahren.
Hier fielen Sätze wie "Ich weiss nicht, ob ich mein Kind überhaupt nochmal auf die Schule schicken kann". Oder "Es kann sein dass ..."
Klar es kann alles sein. Konstruieren und Mutmaßen was alles sein kann, ist leicht. Das sich eine solche Meinung auf unsere Kinder überträgt, bedenken anscheinend die Wenigsten.
Denn was ist nächste Woche? Oder in 3 Wochen? Wielange sollen denn die Kinder zu Hause bleiben?
Der Schulbetrieb muss und wird weitergehen.
Morgen ist ganz normal Schule.
so Direktor Baumann unmissverständlich. Er sorgte mit seiner ruhigen, überlegten Art für eine klare Linie und Deeskalation, während er damit beschäftigt war die Anwesenden zu beruhigen.
Und was lernen wir daraus?
Panik und Angst sind keine Grundlage um objektive Entscheidungen zu treffen. Auch die Medien müssen in solch einem Fall mit dazu beitragen, dass die Stimmung nicht hochkocht. Damit wäre der Sache viel an Dramatik genommen worden.
Nachtrag:
Wir haben ein schulpflichtiges Kind auf dieser Schule. Es war für uns keine Frage unser Kind heute in genau diese Schule zu schicken. Wir dürfen uns nicht derartig leicht erpressbar machen.