Per Bus wurden die Besucher von Herrn Jan Gass durch das weitverzweigte Areal geführt und konnten zum Abschluss von einem der 25 Meter hohen Kräne alles überblicken. Geschäftsführer Klein vom KVT verdeutlichte in der ersten halben Stunde den Umfang und die Bedeutung des kombinierten Verkehrs in Deutschland und Europa. Das jährliche Wachstum auf Straße und Schiene in Deutschland hat das KVT Ludwigshafen bereits seit 2006 an seine Kapazitätsgrenzen stossen lassen und den weiteren Ausbau notwendig gemacht.
Ausgeklügelt ist die eisenbahntechnische Abfertigung der Züge innerhalb des Terminals: einfahrende Züge mit E-Loks können mit Schwung direkt in das Terminal einrollen, umständliche Wechsel von Elektro- auf Diesel-Loks entfallen - innerhalb des Terminals können E-Loks nicht fahren, da die erforderlichen Oberleitungen wegen der Kräne nicht vorhanden sind.
Das heutige Zugprogramm umfasst 17 regelmässige Verbindungen nach ganz Europa: pro Tag zwei Züge nach Spanien, je ein Zug nach Rotterdam, Wels/Wien, Zeebrügge und nach Marseille. Außerdem fahren werktags mindestens vier Züge nach Italien (Verona und Busto Arsizio bei Mailand). Je eine verbindung geht nach Hamburg, München, Ins Emsland und ins Ruhrgebiet. Ein Zug fährt via Lübeck über Fährverbindungen in skandinavische Länder. Die BASF-Standorte Schwarzheide in Brandenburg und Antwerpen in Belgien werden gleichfalls an jedem Werktag angefahren.
Das KVT der BASF ist somit ein Knotenpunkt für europäische Verbindungen.
Die geplante dritte Baustufe des KVT umfasst ein drittes Kranmodul mit sechs zusätzlichen Umschlaggleisen. Täglich können dann 32 statt bisher 17 Zugpaare abgefertigt werden. Der Ausbau kann nach Zustimmung der Behörden ab Anfang 2009 beginnen un wird im Jahr 2010 abgeschlossen sein.
Der Ausbau des KVT, das bis zu 60% von anderen Unternehmen der Metropolregion genutzt wird, soll die jetzige Kapazität von 300 000 auf 500 000 Ladeeinheiten (Container, Sattelanhänger, Wechselbrücken) pro Jahr erhöhen. Das entspricht einem Mehrumschlag von ca. 2,5 Mio Tonnen Gütern. Die Verlagerung dieser Transportmenge von der Straße auf die Schiene wird den CO²-Ausstoss um rund 60 000 Tonnen jährlich verringern.
Durch die KVT-Erweiterung entstehen bei der Betreibergesellschaft Kombi-Terminal Ludwigshafen GmbH 50 neue Arbeitsplätze. 76 Millionen Euro sind für das gesamte Projekt veranschlagt.