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Autoren-Lesung im K-O-B-Museum

Juni 30, 2009 von kurt

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Halbjahresabschluss im Karl-Otto-Braun Museum im Oppauer Rathaus. Drei einheimische Buchautoren aus Edigheim, Oppau und Friesenheim lasen am Sonntag, 28.6.2009 um 15 Uhr im Museum aus ihren pfälzischen Mundartbüchern.
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Heinz Mohr, 1. Vorsitzender des Fördervereins für das K-O-Braun-Museum hatte den einfacheren Part mit seiner Begrüßung. Eine Vorstellung der "drei Pälzer" erübrigte sich. Alle sind sie in Oppau bestens bekannt. Spätestens seit 2008, da absolvierte das Trio eine Lesung aus seinen ersten Büchern.

Überraschung war der Besuch, trotz Wochenende mit mehreren Festen im Ortsbezirk und hohen Temperaturen war der "Georg-Süss-Raum" im Museum gut gefüllt. Abdruck der Leseproben mit freundlicher Erlaubnis der Autoren.

Iris Bisson las Geschichten aus "Kumm isch heit net, kumm isch morje" und aus der Neuerscheinung "Die nimmt der keen Dokder mä ab". Sie spitzt überall ihre Ohren, sammelt Geschichten und Anekdoten direkt ab Volksmund.

Wie zum Beispiel die Sache mit dem "Pälzer Zeitgfiehl"

Her Karl, wieviel Uhr hosch'tn Du genau?

A bei mer isses zwanzisch vor Siwwene. Un bei Der?

A isch hab zeh noch halwer Siewwene.

Do mischt sich de Kurt oi: Ehr hänn alle Zwä net recht, ich hab verzisch noch Sechse!

A Gewiddel, wie viel Uhr isses dann jetzt werklich?

Ihre Bücher sind im Karl-Otto-Braun-Museum erhältlich.

 

Edit Brünnler brachte Geschichten aus ihren Büchern "Kraniche im Gegenlicht" und "Welten im Fluss" vor

Von Zeit zu Zeit
„Na“, sagt die Kollegin neben mir am Kaffeeautomaten, „viele gute Vorsätze gefasst für dieses Jahr? Weniger essen, weniger Alkohol, mehr Sport?“
„Mehr Zeit“, sage ich.
„Wie – mehr Zeit? Zum Faulenzen oder für Shopping oder was?“
„Für mich“, antworte ich.
„Und was machst du mit dieser Zeit?“, fragt sie erstaunt.
„Was ich will. Ich teile sie ein. Oder auch nicht. Ich gehe spazieren in dieser Zeit. Oder ich lese. Ich besuche Freunde. Oder ich schaue einfach nur aus dem Fenster und träume vor mich hin.“
„Das ist doch Zeitverschwendung“, schimpft meine Kollegin.
„Ja“, lächle ich. „Ist das nicht ein unglaublicher Luxus? Ich verschwende meine Zeit und niemand kann mich daran hindern. Es ist ja meine Zeit.“
„Du bist doch verrückt“, sagt sie. „Wenn du gar nicht weißt, was du mit deiner Zeit anfangen willst, dann brauchst du auch keine. Sieh mal, ich – also ich würde erst mal so richtig ausschlafen, dann wäre Shopping angesagt und dann würde ich Party machen ohne Ende und dann …“
Ich drehe mich um und gehe.
„Hey“, ruft sie mir nach, „du kannst doch jetzt nicht einfach weggehen.“
„Doch“, sage ich. „Es ist ja meine Zeit.“

Ihre Bücher sind im Karl-Otto-Braun-Museum erhältlich.

Günter Speet, Verfasser der "Machtgeschichten" in der ehemaligen "Friesenheimer Nase", gab aus seinem Gedichtbändchen "Die Lacher von Lachen" Gereimtes zum Besten. Die vergnüglichen Verse über echte und erfundene Orte in Deutschland erinnerten in ihrem Stil an Ringelnatz. Da berichtete er zum Beispiel die folgende Geschichte von einem Oggersheimer:

Kürzlich trat ein Oggersheimer

in einen grossen Wassereimer,

der gefüllt bis hin zum Rand

abends am Hans-Warsch-Platz stand.

Da hatt' der Oggersheimer Schwein,

könnt' auch was andres drinnen sein,

wie neulich abends an der Neisse,

da stand ein Eimer voller - Fett.

Seine Bücher sind im CJM-Verlag Schifferstadt erhältlich.

 

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